Familienurlaub in Portugal endet mit Mord

Familienurlaub in Portugal endet mit Mord


News MünchenAn der sonnigen Küste Portugals sollte es im Juli 20120 ein harmonischer Familienurlaub werden, dann aber brachte er Georgina Z. und ihrer knapp zwei Jahre alten Tochter Alexandra den Tod. Während man noch nicht genau weiß, wie das Kind zu Tode kam steht fest, dass die aus Angola stammende 30-jährige Stuttgarterin ertränkt wurde.
Die Staatsanwaltschaft hat als Täter den Vater des Kindes, den 44-jährigen Münchner Gunnar D. angeklagt. Seit letzten Freitag muss er sich vor dem Landgericht München wegen zweifachen Mordes aus Habgier und niedrigen Beweggründen verantworten. Gunnar D. hatte von 2006 bis 2008 ein Verhältnis mit der Getöteten, von dem seine feste Lebensgefährtin nichts wusste. Anfang 2008 konfrontierte Georgina Z. ihm damit, dass sie ein Kind von ihm erwartete. Der Staatsanwaltschaft zufolge beendete er daraufhin die Affäre. Ungefähr zu dieser Zeit zog seine feste Freundin von England zu ihm nach München.
Der Ankläger schätzt ein, dass der Mann fest dazu entschlossen war, keinen Unterhalt für sein Kind zu zahlen, noch das Verhältnis zu dessen Mutter einzugestehen. Daher wurde er im Dezember 2009 wegen Verletzung der Unterhaltspflicht angezeigt. Der gelernte Techniker geriet nun laut Staatsanwaltschaft unter Druck: „Er habe erkannt, dass er das Kind nicht mehr lange verheimlichen könnte und daher beschlossen, Georgina Z. und die gemeinsame Tochter zu töten“, berichteten die Ermittler.
Die Tat muss er gründlich vorbereitet haben. Er sei im Juni 2010 für einige Tage nach Portugal gefahren, um sich dort nach einem geeigneten Tatort umzusehen. Dann nahm er wieder Kontakt zu Georgina Z. Auf und schlug ihr einen gemeinsamen Urlaub mit dem Vorwand vor, er wolle seine Tochter kennenlernen. Offenbar misstraute die Frau seinem plötzlichen Sinneswandel, erklärte sich dann aber doch zu der Reise bereit. Seiner Lebensgefährtin erklärte Gunnar D. das er geschäftlich nach Dänemark fahren müsse.
Er lockte dann am letzten Tag des "Familienurlaubs" Mutter und Kind nach Informationen der Ermittler an einen einsamen und abgelegenen Strand in Lagos. Während das knapp zwei Jahre alte Mädchen auf einem Strandtuch spielte, ging das Paar baden und Gunnar D. drückte plötzlich die Freundin mehrmals unter Wasser, bis sie ertrank. Anscheinend hatte sie sich heftig gewehrt, denn er kehrte mit Schrammen an Armen und Beinen nach Hause zurück. Laut der Staatsanwaltschaft erklärte er diese seiner Lebensgefährtin mit einer Auseinandersetzung in einer Bar.
Gunnar D. wurde allerdings bei der Tat beim Baden von Zeugen beobachtet. Einer von ihnen sprach den Mann an, der aber entgegnete, sie sollen sich nicht einmischen. Die Zeugen alarmierten die Rettungskräfte, doch als diese am Tatort eintrafen, war Gunnar D. mit seiner Tochter bereits verschwunden.
Erst im März letzten Jahres wurden die Überreste des Körpers des Kindes von Fischern in den Klippen nahe dem südportugiesischen Küstenort Sagres gefunden. Bis heute können die Ermittler nicht sicher sagen, wie das wehrlose Mädchen umgebracht wurde. Es ist nicht möglich zu sagen, ob Alexandra erst in den Klippen oder auf der etwa 35 Kilometer langen Fahrt dorthin starb.
Unterdies äußerte Verteidiger Sascha Petzold Zweifel an der Schlüssigkeit der Anklage. "Die Vorwürfe sind aus unserer Sicht ziemlich konstruiert. Ich bin sicher, in der Hauptverhandlung werden sich noch andere Dinge ergeben", sagte der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft erklärte den langen Zeitraum zwischen Tat und Eröffnung der Hauptverhandlung damit, dass es so lange dauerte, bis die Untersuchungsergebnisse der portugiesischen Ermittlungsbehörden in Deutschland vorlagen. Petzold spricht von einem "ziemlichen Durcheinander" in den Unterlagen aus Portugal. "Ich bin bis heute nicht sicher, ob wir überhaupt alles haben."
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